Bildung & Kapazitätsaufbau

Gaza: Stärkung und Verbesserung von Jugendzentren und -vereinen

Kurzbeschreibung des Projekts

Die Bevölkerung im Gazastreifen lebt seit Jahren in einer anhaltenden humanitären Krise. Der Zugang zu grundlegenden sozialen und kulturellen Rechten ist stark eingeschränkt. Besonders für junge Menschen fehlen sichere und fördernde Räume zur persönlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung. Jugendzentren und -vereine spielen hierbei eine zentrale Rolle: Sie bieten Jugendlichen die Möglichkeit, Wissen zu erwerben, sich auszutauschen und sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Um diese wichtige Funktion erfüllen zu können, werden die Kapazitäten der Einrichtungen gezielt gestärkt, etwa durch Fortbildungen für das Personal, Modernisierungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Sensibilisierung und Vernetzung relevanter Akteure. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen einen gleichberechtigten Zugang zu soziokulturellen Angeboten zu ermöglichen und ihre Teilhabe sowie ihre Rechte zu stärken.

Projektsteckbrief

Land: Palästina
Ort(e): Gazastreifen
Begünstigte: 10.000 Personen – darunter Kinder, Frauen und Männer
Projektziel:
Ziel des Projekts ist es, die Kapazitäten von Jugendzentren und -vereinen im Gazastreifen zu stärken, sodass Kinder und Jugendliche gleichberechtigten Zugang zu sozialen und kulturellen Angeboten erhalten. Durch diese Maßnahmen sollen ihre Rechte gestärkt und ihre gesellschaftliche Teilhabe gefördert werden.
Projektdauer: 01.01.2023 – 31.12.2024 (24 Monate)
Gesamtkosten: 200.000 €
Implementierungspartner: Islamic Relief Palästina, WEFAQ Society for Women and Childcare

Erwartete Ergebnisse

Kinder und Jugendliche im Gazastreifen erhalten gleichberechtigten Zugang zu sozialen und kulturellen Angeboten. Dadurch werden ihre Rechte gestärkt und ihre gesellschaftliche Teilhabe gefördert.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

Kapazitätsaufbau für Vereinspersonal:
Ein strukturiertes Schulungsprogramm wird entwickelt, um das Personal der Jugendzentren in neuen Themenbereichen des sozialen und kulturellen Lebens weiterzubilden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Einsatz sportlicher Aktivitäten als pädagogisches Instrument. Die Schulungen werden von externen Fachkräften und Expert*innen professionell durchgeführt.

Sanierung und Modernisierung der Jugendzentren:
Die Einrichtungen werden saniert, renoviert und modernisiert, um sichere, inklusive und ansprechende Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Informationskampagne in drei Gemeinden:
In drei ausgewählten Gemeinden wird eine Sensibilisierungskampagne zum Wert von Jugendzentren und soziokulturellen Aktivitäten durchgeführt. Die Hauptzielgruppe sind Schüler*innen.

Transportlösung für Teilnehmende:
Ein Transportunternehmen wird beauftragt, um Kinder und Jugendliche sicher von und zu den Jugendzentren zu bringen, damit auch jene mit weiterem Anfahrtsweg oder Mobilitätseinschränkungen teilnehmen können.

Vernetzung mit relevanten Akteuren:
Die Jugendzentren werden mit Bildungseinrichtungen, sozialen Organisationen und weiteren relevanten Partnern vernetzt. Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung eines Aktionsplans zur verbesserten Koordination und nachhaltigen Zusammenarbeit.

Hintergrund und Ausgangslage

Die Bevölkerung des Gazastreifens lebt seit Jahren in einer anhaltenden Krise mit gravierenden humanitären Folgen. Der Zugang zu sozialen und kulturellen Rechten ist stark eingeschränkt. Besonders Kinder und Jugendliche finden kaum sichere Orte, an denen sie lernen, sich austauschen und sich kulturell oder sozial entwickeln können.

Jugendzentren und -vereine gelten als wichtige Orte der Bildung und Begegnung. Sie ermöglichen jungen Menschen, Wissen zu erwerben, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und soziale Kompetenzen zu stärken. Trotz des hohen Bedarfs gibt es jedoch kaum funktionierende Einrichtungen in der Region. Angebote wie Aufklärung, Beratung, psychosoziale Unterstützung oder Rehabilitationsdienste sind nur sehr begrenzt vorhanden und wirken isoliert, da ein integriertes und schützendes Unterstützungssystem fehlt.

Herausforderungen der bestehenden Jugendzentren

  • Die Infrastruktur vieler Zentren ist in schlechtem Zustand; Gebäude sind renovierungsbedürftig und nicht altersgerecht ausgestattet.
  • Weniger als 10 % der Einrichtungen verfügen über sichere Spielbereiche für Kinder.
  • Das Personal in den Zentren ist oft überlastet und nicht ausreichend qualifiziert, um die Programme professionell umzusetzen. Es mangelt an gezielter Fortbildung und personellen Ressourcen.

Stimmen aus der Region

„In der Region fehlt es generell an humanitären Dienstleistungen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Frauen sind vielfach unterdrückt oder von Gewalt betroffen, und Kinderehen sind weiterhin ein ernstes Problem. Hier braucht es dringend Bildungs- und Aufklärungsmaßnahmen.“
— Herr Medhat Abu Shanab, Vorstandsvorsitzender der Rafah Farmers Association

„Es gibt einen erheblichen Mangel an Grünflächen und sicheren öffentlichen Räumen. In Al-Shoka existiert nur noch ein einziger Park – viele Anlagen wurden zerstört, weil sie unbeaufsichtigt und ungeschützt waren.“
— Mitglieder des Stadtrats von Al-Shoka

„Es besteht eine reale Versorgungslücke. Wir müssen sicherstellen, dass alle Mitglieder der Gesellschaft – Frauen, Männer, Jugendliche, Kinder – Zugang zu umfassenden und inklusiven Angeboten erhalten.“
— Direktor des Rafah-Clubs

Global: Aufbau von Kapazitäten bei Islamic Relief

Kurzbeschreibung des Projekts

Im Rahmen des Projekts werden in den Jahren 2023 und 2024 insgesamt 1.150 Mitarbeitende sowie Praktikantinnen und Praktikanten durch die Humanitarian Academy for Development (HAD) geschult. Ziel ist es, ihre fachlichen und persönlichen Kapazitäten zu stärken und so die Qualität ihrer Arbeit nachhaltig zu verbessern.

Die Schwerpunkte der Schulungen liegen in den Bereichen:

  • Lernen und Entwicklung
  • Talentförderung und -entwicklung

Projektsteckbrief

Land: Global

Ort(e): Islamic Relief-Büros und -Partner weltweit
Begünstigte:

  • 1.136 Mitarbeitende der Islamic Relief-Familie
  • 15 Führungskräfte im Mentoring-/Coaching-Programm
  • Praktikantinnen und Praktikanten weltweit

Projektziel:

Ziel des Projekts ist es, die Kapazitäten von Mitarbeitenden und Partnern innerhalb der Islamic Relief-Strukturen gezielt zu stärken. Durch praxisnahe Schulungen, Talententwicklung und digitale Lernplattformen wird die Qualität der humanitären Arbeit verbessert, um bedürftige Menschen weltweit noch wirksamer zu unterstützen.

Projektdauer: 01.01.2023 – 31.12.2024 (24 Monate)

Gesamtkosten: 200.000 €

Implementierungspartner: Humanitarian Academy for Development (HAD) – eine strategische Abteilung von Islamic Relief Worldwide

Erwartete Ergebnisse

Die Fach- und Handlungskompetenzen der Mitarbeitenden werden umfassend gestärkt. Dadurch verbessert sich die Qualität der humanitären Arbeit, was wiederum eine effizientere und wirkungsvollere Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen ermöglicht.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

1. Lernen und Entwicklung

  • Kapazitätsaufbau von 1.136 Mitarbeitenden innerhalb von 12 Monaten
  • Abstimmung mit Projektbüros und Partnern zur Identifizierung des Schulungsbedarfs
  • Durchführung von 4 gezielten Trainingsmodulen:
    • Verfassen von Anträgen, Projektrahmenanalyse & Berichtswesen
    • Management-Entwicklungsprogramm
    • Leitungsprogramm für Führungskräfte
    • Projekt D Pro (zweimal)
  • Entwicklung und Umsetzung eines Coaching- und Mentoring-Programms für 15 Mitarbeitende
  • Erstellung neuen Schulungsmaterials mit Schwerpunkt auf Gender Awareness
  • Einführung eines modernen Online-Lernmanagementsystems (LMS) in Zusammenarbeit mit einem externen Anbieter
  • Aufbau eines Leadership-Programms für Führungskräfte innerhalb der Organisation

2. Talententwicklung

  • Aufbau und Verwaltung eines globalen Praktikumsprogramms zur Förderung junger Fachkräfte
  • Vermittlung von Praktikant:innen an IR-Büros und interessierte Partnerorganisationen
  • Organisation der gesamten Rekrutierung, Einführung, Begleitung und Supervision
  • Entwicklung individueller Lernprogramme, Betreuungskonzepte und Integrationsstrategien
  • Ziel: Mindestens 25 % der Praktikant:innen erhalten im Anschluss eine Anstellung bei Islamic Relief

Hintergrund und Ausgangslage

Die Humanitarian Academy for Development (HAD) ist eine strategische Abteilung von Islamic Relief Worldwide mit der Mission, den humanitären Sektor durch Kapazitätsaufbau, Führungskräfteentwicklung und Wissensvermittlung zu stärken. In den letzten fünf Jahren hat HAD:

  • über 2.560 Fachkräfte aus 26 Ländern geschult
  • 129 Praktikant:innen in Islamic Relief-Strukturen eingebunden
  • wichtige Forschungsergebnisse veröffentlicht

HAD vereint u. a. die Abteilungen „Lernen und Entwicklung“ (L&D) sowie „Talententwicklung“, die gezielt Nachwuchskräfte fördern und etablierte Mitarbeitende weiterqualifizieren.

Jemen: Verbesserung der Kapazitäten für lokale NROs im Jemen (Phase II)

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Projekt wird von der Humanitarian Academy for Development (HAD) umgesetzt und zielt darauf ab, die institutionellen und operativen Kapazitäten von 20 lokalen nichtstaatlichen Organisationen (NRO) im Jemen nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Trainings- und Mentoringprogramme in den Bereichen:

  • strategische Planung und Management
  • Projektentwicklung und –durchführung
  • Verfassen von Projektanträgen
  • Aufbau und Pflege von Beziehungen zu Gebern

Lokale NROs übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung humanitärer Hilfe im Jemen, insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten, in denen internationale Organisationen an ihre Grenzen stoßen. Ihre starke Verankerung in den Gemeinden sowie ihr Verständnis lokaler Normen und Kontexte machen sie zu unverzichtbaren Akteuren, auch mit Blick auf ein zukünftiges Post-Konflikt-Szenario.

Allerdings sehen sich viele dieser Organisationen mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter fehlendes Fachpersonal, unzureichende interne Strukturen und begrenzter Zugang zu Finanzierung und Know-how. Dieses Projekt setzt gezielt an diesen Schwächen an, um die Qualität, Eigenständigkeit und langfristige Wirksamkeit lokaler NROs zu erhöhen. Langfristig trägt das Vorhaben zur Lokalisierung humanitärer Hilfe im Jemen bei und ermöglicht es lokalen Organisationen, eigenständig Mittel von Gebern einzuwerben und humanitäre Maßnahmen gemäß internationalen Standards umzusetzen.

Projektsteckbrief

Land: Jemen

Ort(e): Sanaa

Begünstigte:

  • 255 Mitarbeitende lokaler jemenitischer Nichtregierungsorganisationen (NRO)
  • 20 lokale humanitäre NROs im Jemen

Projektziel:

Ziel des Projekts ist es, die organisatorischen und fachlichen Kapazitäten von 20 lokalen NROs im Jemen gezielt zu stärken. Dies erfolgt durch ein strukturiertes Programm aus Trainings- und Mentoring-Maßnahmen in folgenden Bereichen:

  • Strategische Planung und Management
  • Projektentwicklung und -umsetzung
  • Antragstellung und Projektfinanzierung
  • Aufbau und Pflege von Geberbeziehungen

Projektdauer: 01.06.2022 – 30.11.2023 (18 Monate)

Gesamtkosten: 249.051,95 €

Implementierungspartner: Humanitarian Academy for Development (HAD)

Erwartete Ergebnisse

Durch das Projekt werden 20 lokale jemenitische NROs befähigt, ihre organisatorischen und fachlichen Kapazitäten deutlich zu verbessern. Die teilnehmenden Organisationen verfügen am Ende des Projekts über:

  • gestärkte Kompetenzen in den Bereichen Projektplanung, Management und Antragstellung
  • verbesserte interne Strukturen und Prozesse, z. B. in Finanzverwaltung, Personalwesen oder Monitoring
  • höhere Eigenständigkeit im Umgang mit Gebern und in der Umsetzung humanitärer Projekte
  • konkrete Handlungskompetenz, erworben durch praxisnahe Trainings und individuelles Mentoring

Darüber hinaus sind ausgewählte NROs in der Lage, erste eigene Maßnahmen mit bereitgestelltem Startkapital umzusetzen – ein weiterer Schritt zur Stärkung lokaler Verantwortung und nachhaltiger Hilfe im jemenitischen Kontext.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

Das Projekt umfasst folgende zentrale Maßnahmen zur Kapazitätsstärkung lokaler NROs im Jemen:

Auswahl teilnehmender Organisationen: Identifikation und Auswahl von 20 lokalen jemenitischen NROs auf Basis klar definierter Kriterien (z. B. geografische Lage, Reichweite, thematische Ausrichtung, Potenzial zur Weiterentwicklung).

Analyse des Trainingsbedarfs: Erhebung spezifischer Lern- und Entwicklungsbedarfe der ausgewählten Organisationen durch Interviews, Fragebögen oder Workshops und Abstimmung der Inhalte auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden.

Rekrutierung von Fachpersonal: Auswahl und Beauftragung qualifizierter Trainerinnen und Mentorinnen mit Expertise in den Bereichen Projektmanagement, Organisationsentwicklung, Antragstellung und Geberkommunikation.

Vorbereitung der Trainingsphase: Durchführung eines „Training of Trainers (ToT)“-Programms, um sicherzustellen, dass alle Trainer*innen einheitlich und bedarfsgerecht unterrichten.

Durchführung von Trainingsmaßnahmen: 13 themenspezifische Schulungen für die Mitarbeitenden der NROs in den Bereichen:

  • Strategische Planung
  • Projektentwicklung und –umsetzung
  • Antragstellung und Projektfinanzierung
  • Kommunikation mit Gebern
  • Organisatorisches Management (z. B. Finanzen, HR, Logistik, M&E)

Individuelle Begleitung und Mentoring: Begleitendes Mentoring-Programm für die teilnehmenden Organisationen zur praktischen Anwendung des Gelernten und zur Vertiefung der Inhalte.

Stärkung ausgewählter Organisationen durch Startkapital: Bereitstellung von Startfinanzierung für sieben besonders engagierte oder entwicklungsfähige NROs, um konkrete Maßnahmen zur Organisationsentwicklung oder Projektumsetzung anzustoßen.

Hintergrund und Ausgangslage

Lokale nichtstaatliche Organisationen (NROs) spielen eine zentrale Rolle in der humanitären Hilfe, insbesondere in Kontexten, in denen der Bedarf sehr hoch ist und internationale Akteure nur eingeschränkt Zugang haben, wie aktuell im Jemen. Von den rund 8.300 registrierten lokalen NROs im Land leisten viele einen entscheidenden Beitrag, um Menschen in schwer erreichbaren Gebieten zu unterstützen. Ihre gute Vernetzung, lokale Verankerung und das Verständnis für kulturelle und gesellschaftliche Normen sorgen für eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. Auch im zukünftigen Post-Konflikt-Kontext wird ihre Rolle von großer Bedeutung sein. Trotz ihrer Bedeutung sehen sich viele lokale NROs im Jemen mit erheblichen strukturellen und operativen Herausforderungen konfrontiert:

  • ein dynamisches, unsicheres Umfeld, das eine flexible und koordinierte Reaktion erfordert
  • Mangel an qualifiziertem Personal in verschiedenen Fachbereichen
  • Fehlende oder unzureichende interne Strukturen, wie Richtlinien und Prozesse, die für effektive und regelkonforme humanitäre Arbeit notwendig sind
  • Begrenzte organisatorische Kapazitäten, etwa in den Bereichen Finanzen, Logistik, Personalwesen, Fundraising und Monitoring & Evaluation
  • Schwächen im Bereich Management und Führungskompetenz
  • Kaum Zugang zu Erfahrungswerten aus vergleichbaren humanitären Projekten im jemenitischen Kontext

Die gezielte Kapazitätsstärkung dieser lokalen Organisationen ist daher ein wesentlicher Beitrag, um humanitäre Hilfe nach internationalen Standards umzusetzen und gleichzeitig die Lokalisierung der Hilfe aktiv voranzutreiben. Sie ermöglicht es lokalen NROs, künftig eigenständig Fördermittel zu beantragen und als professionelle Partner in der humanitären Architektur des Landes mitzuwirken.

Kenia: Diversifizierung der Lebensgrundlagen in Kilifi County (Phase 2)

Kurzbeschreibung des Projekts

Aufbauend auf den positiven Ergebnissen des Vorgängerprojekts zielt dieses Vorhaben darauf ab, die Widerstandsfähigkeit und die Vielfalt der Einkommensquellen von 2.500 Haushalten in Kilifi County (Kenia) nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Kaufkraft und des allgemeinen Wohlergehens der Zielbevölkerung durch einen ganzheitlichen, klimaangepassten Ansatz. Das Projekt fördert gezielt klimafreundliche und resiliente landwirtschaftliche Praktiken, um sowohl die Ernährungssicherheit als auch die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinden zu erhöhen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören:

  • Förderung der Imkerei zur kommerziellen Nutzung und Einkommensgenerierung
  • Bereitstellung von dürretolerantem Saatgut, um die Erträge auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu sichern
  • Verbesserung der Geflügelhaltung durch Einführung leistungsfähigerer Rassen
  • Verteilung von dürretoleranten Ziegenrassen, geeignet für Fleisch- und Milchproduktion
  • Einführung von Nutzgartentechnologien, um die Ernährungssituation der Haushalte gezielt zu verbessern
  • Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser, um die Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen

Das Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz zur Stärkung der klimaresilienten Landwirtschaft, zur Ernährungssicherung und zur Einkommenssteigerung benachteiligter Haushalte in einer von Dürre betroffenen Region.

Projektsteckbrief

Land: Kenia

Ort(e): Kilifi County

Begünstigte:

  • 2.500 Personen (davon 1.110 Männer und 1.390 Frauen)
  • 12.500 Personen (davon 5.550 Männer und 6.950 Frauen)

Projektziel:

Ziel des Projekts ist es, die Einkommenssituation von Haushalten zu verbessern, den Zugang zu sicherem Trinkwasser zu sichern sowie die Ernährungssicherheit in der Region durch die Verteilung von dürreresistentem Saatgut und weiteren landwirtschaftlichen Betriebsmitteln gezielt zu stärken. Das Projekt setzt dabei auf klimaresiliente, nachhaltige Ansätze, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung langfristig zu verbessern.

Projektdauer: 15.12.2023 – 14.12.2024 (12 Monate)

Gesamtkosten: 300.000 €

Implementierungspartner: Islamic Relief Kenia

Erwartete Ergebnisse

  • Erhöhte Ernährungssicherheit und gesteigertes Haushaltseinkommen für 2.500 bedürftige Haushalte durch die Förderung klimaresilienter Landwirtschaft und diversifizierter Einkommensquellen
  • Verbesserter Zugang zu sauberem Wasser für den häuslichen Gebrauch, die landwirtschaftliche Produktion, die Viehzucht sowie für soziale Einrichtungen innerhalb der Gemeinden

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

Projektvorbereitung und Sensibilisierung

  • Durchführung einer Grundlagenerhebung zur Bedarfsermittlung
  • Organisation von Sensibilisierungstreffen mit lokalen Akteuren zur Einführung des Projekts
  • Soziale Mobilisierung durch die Identifizierung von 815 landwirtschaftlichen Haushalten

Schulungen und Kapazitätsaufbau

  • Schulungen in der Imkerei für 10 Bauerngruppen
  • Trainings zur Geflügelhaltung für 10 Bauerngruppen
  • Schulungen zur Ziegenhaltung für 10 Ziegenhaltergruppen
  • Unternehmerische Trainings für Landwirtinnen und Kleinunternehmerinnen
  • Vermittlung von Kontakten zu landwirtschaftlichen Beratungsdiensten

Bereitstellung landwirtschaftlicher Ressourcen

  • Lieferung von 300 modernen, voll ausgestatteten Bienenstöcken an 10 Bauerngruppen
  • Verteilung von Saatgutkits für vertikale Gemüsegärten
  • Bereitstellung von zertifiziertem Saatgut für die Feldproduktion
  • Verteilung von acht Wochen alten, verbesserten Hühnern inklusive Futter an 10 Gruppen
  • Übergabe von Galla-Ziegen an 10 Ziegenhaltergruppen (je 15 Mitglieder pro Gruppe)

Wasserzugang und Infrastruktur

  • Sanierung und Reparatur zweier bestehender Bohrlöcher
  • Installation einer solarbetriebenen Wasserpumpe für ein Bohrloch
  • Verlegung von Wasserleitungen zur Versorgung von zwei Schulen und angrenzenden Gemeinden
  • Umzäunung der beiden Bohrlochstandorte zum Schutz der Infrastruktur
  • Bau von Wasserentnahmestellen/Kiosken für die Gemeinschaft
  • Gründung und Schulung von zwei Wasserkomitees zur Verwaltung der Wasserversorgung
  • Lieferung und Installation von Wasserspeichertanks für zwei Schulen

Querschnittsthemen

  • Durchführung einer Sensibilisierungskampagne zum Kinderschutz
  • Aufklärung und Schulung zu geschlechtsspezifischen Themen für Rechteinhaber*innen

Hintergrund und Ausgangslage

Kenia steht vor erheblichen Herausforderungen im Bereich der Klimaresilienz – insbesondere in den ariden und semiariden Gebieten (ASALs), die rund 85 % der Landesfläche ausmachen. Etwa 30 % der kenianischen Bevölkerung leben in diesen Regionen, wo die Viehzucht eine zentrale Lebensgrundlage darstellt. In den letzten Jahren wurden die ASAL-Gebiete zunehmend von Dürren, Überschwemmungen und anderen extremen Wetterereignissen heimgesucht. Diese Entwicklungen haben zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten geführt und treffen besonders arme Bevölkerungsgruppen, deren Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel stark eingeschränkt ist.

Die Projektregion Kilifi County ist eines dieser besonders betroffenen ASAL-Gebiete. Die Region ist geprägt von geringen und unregelmäßigen Niederschlägen, was zu chronischer Wasserknappheit und einem anhaltenden Bedarf an Nahrungsmittelhilfe durch staatliche und humanitäre Akteure führt. Mit einer Armutsquote von rund 71,7 % und einer Ernährungsunsicherheit, die etwa 67 % der Haushalte betrifft, zählt Kilifi zu den am stärksten benachteiligten Regionen des Landes. Mehrere strukturelle Faktoren verschärfen die Lage zusätzlich:

  • Mangelhafte Infrastruktur,
  • unzureichende landwirtschaftliche Beratungsdienste,
  • schlechte Qualität und begrenzte Verfügbarkeit von Betriebsmitteln

Diese Bedingungen behindern die Fähigkeit von Kleinbäuerinnen und Viehhalterinnen, auf die Auswirkungen des Klimawandels angemessen zu reagieren. Neben der Ernährungssicherheit stellt auch der Zugang zu sauberem Wasser eine akute Herausforderung für die Bevölkerung in Kilifi dar.

Pakistan: POCAR-Projekt II: Integriertes Programm zur Förderung von Straßenkindern

Kurzbeschreibung des Projekts

In Rawalpindi leben tausende Kinder auf der Straße – ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder einem sicheren Zuhause. Sie sind sozial ausgeschlossen und oftmals schwerer Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt ausgesetzt. Auch grundlegende Rechte und Schutzmechanismen bleiben ihnen häufig verwehrt. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt in zwei Phasen umgesetzt:

Phase I (2018–2019)

In der ersten Projektphase wurden Maßnahmen eingeleitet, um das Selbstbewusstsein, die Lebenskompetenzen und die Zukunftsperspektiven von Straßenkindern zu stärken. Auch ihre Familien, lokale Arbeitgeberinnen und Vertreterinnen der Behörden wurden in Schulungen einbezogen, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.

Phase II – POCAR-Projekt (2020–2023)

In der zweiten Phase wurden 750 Straßenkinder in Rawalpindi gezielt gefördert. Im Fokus standen:

  • Trainings zu Hygiene, Ernährung und sozialen Fähigkeiten
  • Zugang zu informeller Bildung, inkl. Alphabetisierungsprogrammen und beschleunigtem Grundschulunterricht
  • Renovierung von Schulen zur Verbesserung der Lernumgebung
  • Psychosoziale Unterstützung, angepasst an individuelle Bedarfe
  • Schutzmaßnahmen vor Kinderarbeit, Missbrauch und Gewalt durch die Einrichtung von Kinderschutzkomitees und umfassende Sensibilisierungskampagnen

Zudem wurden 400 Familienmitglieder durch berufliche Qualifizierung und Zuschüsse für Mikrounternehmen unterstützt, um ihre wirtschaftliche Lage langfristig zu verbessern. Das Projekt wurde anteilig durch Spenden im Rahmen der ehrenamtlich organisierten Charity Week“ mit 208.856,73 € mitfinanziert.

Herausforderungen durch COVID-19

Die COVID-19-Pandemie stellte eine erhebliche Herausforderung für die Projektumsetzung dar. Viele Aktivitäten mussten auf digitale Formate umgestellt werden, u. a. Schulungen für Lehrkräfte im Bereich informeller Bildung. Trotz positiver Rückmeldungen konnten die virtuellen Angebote den direkten physischen Kontakt nicht vollständig ersetzen, da persönliche Interaktion für die Zielgruppen wesentlich vertrauter und wirksamer ist.

Projektsteckbrief

Land: Pakistan

Ort(e): Rawalpindi

Begünstigte:

  • Direkt: 1.370 Personen (Straßenkinder, ihre Familien, Arbeitgeber*innen)
  • Indirekt: ca. 11.220 Personen

Projektziele:

  • Stärkung von 750 Straßenkindern durch Schulungen, informelle Bildungsangebote (z. B. Alphabetisierung, Grundbildung) und individuell zugeschnittene psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen – mit dem Ziel, ihr Selbstbewusstsein, ihre Lebenskompetenzen und ihre Zukunftschancen zu verbessern.
  • Schutz vor Kinderarbeit, Missbrauch und Gewalt durch die Einrichtung von Kinderschutzkomitees und die Durchführung gezielter Sensibilisierungsmaßnahmen für die lokale Gemeinschaft.
  • Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von 400 Familien durch Teilnahme an beruflicher Qualifizierung sowie den Erhalt finanzieller Zuschüsse zur Gründung von Kleinstunternehmen, um langfristig die Lebensgrundlagen der Haushalte zu sichern.

Projektdauer: 01.10.2020 – 30.09.2023 (36 Monate)

Gesamtkosten: 417.100 €

Implementierungspartner: Islamic Relief Pakistan

Erwartete Ergebnisse

Gestärktes Selbstbewusstsein und verbesserte Lebenskompetenzen bei 750 Straßenkindern: Durch gezielte Schulungen, informelle Bildungsangebote (einschließlich Alphabetisierungsmaßnahmen) sowie bedarfsorientierte psychosoziale Unterstützung entwickeln die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen wichtige soziale, emotionale und praktische Fähigkeiten, die ihnen helfen, ihr Leben selbstbestimmter und sicherer zu gestalten.

Verbesserter Schutz vor Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt: Kinder werden besser vor Risiken wie Kinderarbeit, körperlichem und sexuellem Missbrauch sowie anderen Formen von Gewalt geschützt. Dies wird erreicht durch die Einrichtung von Kinderschutzkomitees und umfassende Sensibilisierungsmaßnahmen, die das Bewusstsein für Kinderrechte in der Gemeinschaft nachhaltig stärken.

Verbesserte wirtschaftliche Perspektiven für 400 Familienangehörige: Familienmitglieder erhalten Zugang zu beruflicher Bildung und Trainings zur Existenzsicherung. Ergänzend dazu werden finanzielle Zuschüsse zur Gründung von Kleinstunternehmen bereitgestellt. Dadurch verbessern sich langfristig die Einkommenssituation und die finanzielle Stabilität der Haushalte.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

Verbesserung der Bildungsqualität in 30 informellen Bildungszentren:

Ziel ist es, Kindern ohne regulären Schulzugang durch qualitative Bildungsangebote bessere Zukunftschancen zu ermöglichen.

  • Renovierung und Ausstattung der Bildungszentren zur Schaffung eines sicheren und lernförderlichen Umfelds
  • Entwicklung von Lehrplänen und Schulungen für Lehrkräfte, insbesondere für die Umsetzung des „Schnellen Alphabetisierungsprogramms“
  • Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien für Schüler*innen

Förderung der wirtschaftlichen Stabilität von Familien:

Durch gezielte Maßnahmen werden Eltern und Angehörige der Kinder in ihrer wirtschaftlichen Eigenständigkeit unterstützt.

  • Berufliche Qualifizierungsangebote, z. B. Näh- und Kosmetikkurse, Grundkenntnisse in Elektrik
  • Vernetzung mit potenziellen Arbeitgeber*innen aus der Privatwirtschaft
  • Finanzielle Zuschüsse und Ausstattung zur Gründung eigener Kleinstunternehmen

Stärkung des psychosozialen Wohlbefindens der Kinder:

Ziel ist es, die psychische Gesundheit und emotionale Stabilität der Kinder nachhaltig zu verbessern.

  • Individuelle psychosoziale Betreuung auf Grundlage der spezifischen Bedürfnisse der Kinder
  • Schulungen für Familienangehörige und Fachkräfte zur psychosozialen Unterstützung von Kindern

Aufbau und Stärkung von Kinderschutzstrukturen:

Straßenkinder sollen langfristig in einem sichereren Umfeld aufwachsen können.

  • Gemeindebasierte Sensibilisierung zur Förderung des Bewusstseins für Kinderschutz
  • Gründung und Begleitung von Kinderschutzgruppen als lokale Interessenvertretung und zur Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen
  • Öffentliche Aufklärungskampagnen zum Thema Kinderschutz, um breitere gesellschaftliche Verantwortung zu fördern

Hintergrund und Ausgangslage

In Pakistan leben über 1,5 Millionen Kinder auf der Straße – etwa so viele Menschen wie in der Großstadt München. Diese Kinder gehören zu den am stärksten marginalisierten Gruppen der Gesellschaft. Häufig werden sie von ihren Familien aus Armut heraus auf die Straße geschickt, um Geld zu verdienen oder zu betteln. Dort sind sie täglich Gefahren wie Ausbeutung, Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Ohne Zugang zu Ernährung, medizinischer Versorgung, Bildung oder einem schützenden sozialen Umfeld sind viele dieser Kinder traumatisiert, gesundheitlich gefährdet und einem hohen Risiko ausgesetzt, in kriminelle Strukturen abzugleiten.

In der ersten Projektphase wurden fünf Bildungszentren eingerichtet und ausgestattet, um Straßenkindern den Zugang zu informeller, aber qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Informelle Bildung meint hier Bildungsangebote, die außerhalb staatlich anerkannter Schulen stattfinden, angepasst an die besonderen Lebensrealitäten der Kinder. Ein besonderer Meilenstein war die Entwicklung und Umsetzung des innovativen „Schnellen Alphabetisierungsprogramms“ (Speed Literacy Programme) durch Islamic Relief Pakistan. Dieses Programm wurde von den zuständigen Regierungsstellen ausgezeichnet und offiziell anerkannt. In der zweiten Projektphase wurde das Curriculum auf Grundlage einer Absichtserklärung mit der staatlichen Kinderschutzbehörde als Standardmodell für informelle Bildungszentren in der Region übernommen – auch für Einrichtungen, die nicht direkt vom Projekt gefördert werden.

Jordanien: BRIDGES – Bildungsprogramm für jugendliche Waisen

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Vorhaben möchte verwaisten Kindern und Jugendlichen bessere Möglichkeiten eröffnen, eine qualitätsvolle schulische und berufliche Ausbildung zu erhalten. Durch Lernen und Wissenserwerb können Familien und Gesellschaft gestärkt werden, um jungen Menschen den Ausstieg aus Armutsspiralen zu ermöglichen und das mit positiven Auswirkungen auf die Entwicklung Jordaniens insgesamt. Insgesamt begleitet das Programm 60 jugendliche Waisen und unterstützt sie umfassend auf ihrem Bildungsweg.

Projektsteckbrief

Land: Jordanien

Projektregionen: Nord- und Zentraljordanien

Begünstigte: 60 jugendliche Waisen (circa 18–23 Jahre)

Projektziel: Das Projekt möchte verwaisten Jugendlichen den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ermöglichen. Durch umfassende Förderung sollen ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben verbessert und ihre aktive Teilhabe an der Gesellschaft gestärkt werden.

Dauer: 15.01.2023 – 30.09.2025

Gesamtkosten: 506.176 €

Implementierungspartner: Islamic Relief Jordanien

Erwartete Ergebnisse & Wirkungen

  • Verbesserter Zugang zu qualitativ hochwertiger Hochschulbildung für 60 bedürftige, von Islamic Relief Jordanien geförderte jugendliche Waisen.
  • Stärkung marktrelevanter Soft Skills zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von jungen Frauen und Männern.
  • 60 von Islamic Relief Jordanien geförderte Stipendiat*innen nutzen die finanzielle Unterstützung zur Begleichung der Studiengebühren und schließen erfolgreich ihre Hochschulausbildung ab.
  • 30 jugendliche Waisen im Studium werden in die Arbeitswelt eingeführt. 16 weitere Absolvent*innen absolvieren nach dem Universitätsabschluss ein Praktikum.

Projektmaßnahmen und Aktivitäten

Auswahl der Begünstigten:
Die Stipendiat*innen werden anhand zuvor definierter Kriterien ermittelt, um eine faire und transparente Auswahl sicherzustellen.

Finanzierung der Studiengebühren:
Die Ausbildungskosten werden übernommen. Dabei gehen die Gebühren direkt an die Universitäten, während zusätzliche Zuschüsse an die Studierenden ausgezahlt werden. Grundlage für die Berechnung sind die offiziellen Vorgaben des jordanischen Ministeriums für Hochschulbildung.

Begleitung und Monitoring:
Jedes Semester reichen die Stipendiat*innen Nachweise über erfolgreich absolvierte Kurse und ihre Kursanmeldungen für das folgende Semester ein. So wird der kontinuierliche Studienfortschritt dokumentiert.

Unterstützung mit Lernmaterialien und Technik:
Die Studierenden erhalten Basisstipendien für Lehrbücher und Fahrtkosten. Zusätzlich werden 16 Stipendiat*innen mit Laptops ausgestattet, die für Studium, Schulungen, Praktika und die Jobsuche genutzt werden.

Würdigung besonderer Leistungen:
Jährlich wird eine Abschlussfeier organisiert, bei der die Absolventinnen geehrt und die besten Stipendiatinnen ausgezeichnet werden.

Trainings zur Berufsvorbereitung:
Für 30 Studierende finden praxisorientierte Schulungen zu Bewerbung, Vorstellungsgesprächen und Jobsuche statt. Diese Trainings sind vor allem für Studierende im Abschlussjahr vorgesehen, während Teilnehmer*innen des 3. und 4. Studienjahres in der zweiten Projektphase Praktika und zusätzliche Schulungen absolvieren.

Austausch von Erfahrungen:
Alle Beteiligten – Studierende wie Partnerorganisationen – teilen regelmäßig ihre Rückmeldungen und Lernerfahrungen, um den Projekterfolg zu sichern.

Praktika für Absolvent*innen:
16 Studierende absolvieren nach einer dreimonatigen Vorbereitungsschulung ein viermonatiges Praktikum in Einrichtungen, die ihrem Studienfach entsprechen, um erste Berufserfahrungen zu sammeln.

Hintergrund und Ausgangslage

Der Zugang zu höherer Bildung stellt in Jordanien eine große soziale Herausforderung dar, die eng mit Armut und fehlenden finanziellen Ressourcen verbunden ist. Viele Familien können die hohen Studiengebühren nicht tragen, was besonders Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen und Waisen betrifft.

Obwohl das Land in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte im Bereich der Kinderrechte und des Wohlergehens gemacht hat – darunter sinkende Kindersterblichkeitsraten, nahezu vollständige Einschulung im Primar- und Sekundarbereich sowie eine Alphabetisierungsrate von 98,2 % – bleibt der Übergang zur Hochschulbildung für viele unerreichbar.

Herausforderungen im Bildungszugang:

  • Studiengebühren sind sehr hoch: Laut DAAD liegen sie für ein Bachelorstudium zwischen 3.200 € und 22.000 € und für ein Masterstudium zwischen 4.000 € und 23.000 €.
  • Hohe Ausbildungskosten führen zu Verschuldung, sozialem Druck und in manchen Fällen zu problematischen Bewältigungsstrategien.
  • Besonders gefährdet sind junge Menschen, die gleichzeitig in Armut leben und keine Eltern haben. Für sie ist das Risiko, die Bildungslaufbahn abbrechen zu müssen, besonders hoch.

Einfluss der Syrien-Krise und der Flüchtlingssituation:
Die anhaltende Syrien-Krise hat die sozioökonomischen Belastungen in Jordanien weiter verschärft. Seit 2011 hat das Land eine große Zahl an Geflüchteten aufgenommen. Zum Stichtag 31. Juli 2022 waren 676.164 syrische Flüchtlinge offiziell registriert, die Mehrheit lebt in Amman, Mafraq und Irbid. Zusätzlich beherbergt Jordanien über 2 Millionen palästinensische Flüchtlinge.

Diese Situation hat zu steigenden Preisen, höherer Arbeitslosigkeit und zunehmender Verwundbarkeit geführt. Gleichzeitig wurden die nationalen Systeme – insbesondere Bildung und Gesundheit – erheblich beansprucht.