Der Hunger in Gaza erfordert dringend ein Ende

Die Integrierte Klassifikation der Ernährungssicherheit (IPC) warnt, dass im Gazastreifen derzeit das extremste Stadium einer Hungersnot erreicht ist. Islamic Relief nimmt dazu wie folgt Stellung:

Die Warnung unterstreicht das grausame Ausmaß des Leids, das unsere Teams und Partnerorganisationen vor Ort täglich beobachten. Der Hunger breitet sich weiter aus, und Menschen sterben an Unterernährung. Dieses humanitäre Desaster ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern das direkte Ergebnis menschlichen Handelns. Anhaltende Angriffe und eine strenge Blockade verhindern gezielt die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe an die notleidende Bevölkerung.

Gaza - Hungersnot

Hinzu kommt das erschütternde Versagen der internationalen Politik, wirksam dagegen vorzugehen. Luftabwürfe und sogenannte „taktische Pausen“ reichen bei weitem nicht aus, um das Ausmaß der Krise zu lindern. Sie vermitteln lediglich den Anschein von Hilfe, während die Menschen weiterhin hungern. Trotz der globalen Empörung der letzten Tage setzen die israelischen Streitkräfte ihre Blockade fort. Nur minimale Hilfslieferungen erreichen die Zivilbevölkerung, darunter besonders gefährdete Gruppen wie Kinder, Kranke und ältere Menschen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Islamic Relief vor Ort berichten, dass viele Menschen inzwischen so geschwächt sind, dass sie kaum noch laufen können. Sie wirken wie „Zombies, ausgemergelt vom Hunger“.

Um die drohende Hungersnot zu beenden, müssen internationale Regierungen dringend mehr Druck auf die israelische Regierung ausüben. Es braucht ein sofortiges Ende der Bombardierungen und ein Ende der Blockade, damit humanitäre Hilfe ungehindert, dauerhaft und umfassend in den Gazastreifen gelangen kann. Alle Landübergänge müssen vollständig geöffnet und offen gehalten werden. Für viele Menschen kommt jede Hilfe bereits zu spät, sie sind dem Hunger bereits zum Opfer gefallen. Doch es bleibt noch Zeit, um weitere Leben zu retten. Ohne eine massive Ausweitung der Hilfslieferungen in den nächsten Tagen werden noch viele weitere Menschen sterben. Wer jetzt keinen wirksamen politischen Druck ausübt, macht sich mitschuldig.