Sudan

Konflikt und humanitäre Krise

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Konflikt und humanitäre Krise

Sudan

Konflikt und humanitäre Krise

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Millionen

Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe.

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Kinder sind unterernährt.

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Menschen sind auf der Flucht.

Gefangen in El Fasher: Kein Wasser, keine Hilfe, kein Ausweg

Seit April 2023 wird der Sudan von schweren Auseinandersetzungen erschüttert. Diese Gewalt hat sich zu einer der dramatischsten humanitären Krisen weltweit entwickelt. Inzwischen sind über neun Millionen Menschen innerhalb des Landes oder in Nachbarstaaten auf der Flucht, und mehr als 24 Millionen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Besonders dramatisch ist die Lage in El Fasher: Dort sollen Tausende Menschen ums Leben gekommen oder durch Hunger und Gewalt in Lebensgefahr geraten sein. Berichten zufolge hat die Rapid Support Forces (RSF) kürzlich die Kontrolle über die Stadt beansprucht. Für die dort eingeschlossenen Zivilpersonen bedeutet dies, dass die Gefahr weiter zunimmt und die Versorgung mit Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe nahezu zusammengebrochen ist.

Die Menschen in El Fasher leben seit etwa eineinhalb Jahren unter einer Blockade, während der kaum Hilfe von außen in die Stadt gelangen konnte. Wohngebäude, medizinische Einrichtungen, Schulen und Gotteshäuser wurden mehrfach getroffen und zerstört. Lebensmittel, Medikamente und andere lebenswichtige Güter sind kaum noch vorhanden. Viele Familien haben nichts mehr zu essen.

El Fasher

In El Fasher kämpfen Hunderttausende Menschen ums Überleben – abgeschnitten von Hilfe, Nahrung und Sicherheit. Was sich dort abspielt, bleibt für viele verborgen, doch niemand sollte wegsehen.

 


Neue IPC-Daten: Hungersnot in El Fasher spitzt sich weiter zu

Dringend müssen Hilfslieferungen den Weg nach El Fasher im Norden Darfurs finden. In der Stadt herrscht erneut offiziell anerkannter Hunger – fast die gesamte Bevölkerung leidet darunter. Nach aktuellen Einschätzungen der Integrated Food Security Phase Classification (IPC) sind etwa 96 Prozent der Einwohner von Nahrungsmangel betroffen. Der Bericht geht davon aus, dass die Hungersnot in El Fasher und Kadugli mindestens bis Januar 2026 fortbestehen wird. Weitere zwanzig Orte im Sudan befinden sich laut Einschätzung ebenfalls in einer äußerst kritischen Ernährungssituation. Elsadig Elnour, Landesdirektor von Islamic Relief Sudan, schildert die Lage mit eindringlichen Worten:

Die Ergebnisse des aktuellen IPC-Berichts bestätigen unsere Beobachtungen vor Ort: Die andauernde Blockade von El Fasher hat katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung. Seit eineinhalb Jahren leben Hunderttausende Menschen unter Belagerung, werden angegriffen und verlieren ihr Leben. Nun zeigt sich, dass nahezu alle von ihnen unter akutem Hunger leiden. Es ist eine Tragödie, die sich im Blickfeld der internationalen Gemeinschaft abspielt.

Spende jetzt und hilf dabei, Leben zu retten.

Ein Land im Zerfall

Seit dem 15. April 2023 hat sich das Leben von Millionen Menschen im Sudan drastisch verändert. In der Hauptstadt Khartum, die früher als vergleichsweise ruhig galt, kam es plötzlich zu schweren Gefechten. Der Konflikt breitete sich rasch auf große Teile des Landes aus. Ganze Stadtviertel wurden zerstört, wichtige Infrastruktur brach zusammen, öffentliche Einrichtungen funktionierten nicht mehr und zahlreiche Dörfer wurden niedergebrannt. Auch Märkte, Krankenhäuser und lebenswichtige Einrichtungen blieben nicht verschont. Selbst landwirtschaftlich bedeutende Gebiete sind stark betroffen, was die Versorgung zusätzlich verschärft.

Viele Krankenhäuser sind eingeschlossen oder kaum erreichbar, und Medikamente, Treibstoff sowie medizinische Ausrüstung werden knapp. Seit Beginn des Konflikts im April 2023 sind etwa 70 % der Gesundheitseinrichtungen nicht mehr in Betrieb.

Sudan Krise

Gleichzeitig verschärft sich die Hungerkrise dramatisch: Fast 25 Millionen Menschen im Sudan haben nicht genug zu essen, darunter rund 3,6 Millionen Kinder, die akut mangelernährt sind. Damit gehört die Ernährungssituation zu den gravierendsten weltweit.

Rund 15 Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Viele von ihnen suchen Schutz in provisorischen Unterkünften oder Lagern, in denen es oft an sauberem Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung fehlt.

Auf der Suche nach Sicherheit

Schätzungen zufolge sind im Konflikt bereits rund 150.000 Menschen ums Leben gekommen. Islamic Relief appelliert an die internationale Gemeinschaft, Maßnahmen zu ergreifen, um einen sofortigen Waffenstillstand zu erreichen, humanitäre Hilfe ungehindert zuzulassen und Zivilisten eine sichere Flucht aus der Stadt zu ermöglichen, wenn sie diese verlassen möchten.

Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat auf der Suche nach Schutz. Teams von Islamic Relief in Zentral-Darfur bereiten sich darauf vor, Geflüchtete aufzunehmen. In den vergangenen Monaten suchten bereits Hunderte Familien Hilfe in unseren Gesundheits- und Ernährungszentren. Viele von ihnen kamen aus El Fasher und umliegenden Gebieten – geschwächt, ohne Nahrung und in großer Not.

Sudan Conflict Emergency

Obwohl vereinzelt in den Medien über die Situation berichtet wird, ist das Ausmaß des menschlichen Leids weltweit nur wenig bekannt. Die Folge: Humanitäre Hilfe bleibt hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück, und finanzielle Mittel reichen bei Weitem nicht aus, um die betroffenen Menschen ausreichend zu unterstützen.

Wo Teilen Leben rettet: Takaaya im Sudan

In vielen Regionen des Sudan leiden Familien unter großem Hunger. Für unzählige Menschen ist eine warme Mahlzeit nicht selbstverständlich. Doch dort, wo kaum noch Hoffnung bleibt, geben Takaaya, die gemeinschaftlichen Küchen, den Menschen Kraft und Zuversicht. Hier kochen Nachbarn füreinander, teilen das Wenige, das sie haben, und schenken einander Halt. Die Idee der Takaaya entspringt der tiefen Tradition des Zusammenhalts und der Nächstenliebe. Jede Küche steht für Fürsorge, gegenseitige Unterstützung und den respektvollen Umgang mit denen, die Hilfe brauchen. Wer eine Mahlzeit erhält, wird nicht ausgeschlossen. Viele helfen selbst mit, indem sie kochen, reinigen oder beim Verteilen der Speisen unterstützen. So entsteht Gemeinschaft, selbst in Zeiten großer Not.

Takaaya Sudan

Wenn wir gemeinsam kochen, spüren wir Hoffnung“, erzählt Dawina, die in einer Takaaya mithilft. „Unsere Küche ist für viele der einzige Ort, an dem sie noch regelmäßig essen können.“

Takaaya sind zu einem Ort geworden, an dem Mitgefühl sichtbar wird, wo Menschen einander Wärme schenken, auch wenn alles andere fehlt.

Sei Teil dieser wunderbaren Tradition des Teilens. Schon eine kleine Spende kann bewirken, dass in einer Takaaya ein weiterer Topf gekocht wird – für Kinder, Eltern und Großeltern, die sonst hungern müssten.

Wie hilft Islamic Relief?

Islamic Relief ist seit über 40 Jahren im Sudan aktiv und wird auch in dieser schweren Zeit an der Seite der notleidenden Bevölkerung bleiben. Hilfsorganisationen stoßen bei der Versorgung der Bevölkerung zunehmend auf gefährliche Hindernisse: bewaffnete Konflikte, blockierte Transportwege und gezielte Angriffe erschweren den Zugang zu den Bedürftigsten. Um weiterhin helfen zu können, mussten die Büros der Organisation mehrfach verlegt werden. Auch viele Mitarbeitende sind selbst betroffen, doch sie arbeiten unermüdlich weiter – oft unter Lebensgefahr.

Bisher konnte Islamic Relief 1,2 Millionen Menschen mit dringend benötigter Hilfe erreichen: mit Nahrung, Trinkwasser, Bargeld, Notunterkünften und medizinischer Unterstützung.

Sudan

Das ist aber längst nicht genug. Täglich erreichen uns neue Hilferufe – Menschen, die ohne Unterstützung keinen Zugang zu sauberem Wasser, Medikamenten oder einem sicheren Schlafplatz haben. Um noch mehr Leben zu retten, dringend benötigte Versorgung bereitzustellen und den Menschen dort ein Stückchen Hoffnung zu geben, sind wir auf Deine Spende angewiesen.

Kleidung, Decken & Trinkwasser

Sudan

85 Euro für lebensnotwendige Güter (Kleidung, Decken und Trinkwasser).

Lebensmittel

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120 Euro ermöglicht Haushalten einen Bargeldzuschuss für den Kauf von Lebensmitteln.

Unterkunft

Sudan El Fasher

200 Euro ermöglicht zwei Familien eine Unterkunft.