Horeya
Wenn Horeya mit ihrem Springseil spielt, greift sie ihr langes Kleid, klemmt den Saum in den Hosenbund und beginnt zu hüpfen. Ihr geflochtener Zopf schwingt rhythmisch auf und ab. In diesen Momenten scheint die Elfjährige alles um sich herum zu vergessen. Ihre Welt heißt „Onion Camp“ – ein Flüchtlingslager in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanon. Entlang einer staubigen Landstraße, zwischen Feldern und Gewächshäusern, haben rund hundert syrische Familien hier Schutz vor Krieg und Gewalt gesucht.
Von der alten Zwiebelfabrik, die dem Camp seinen Namen gab, sind nur zerfallene Mauern geblieben. Dazwischen stehen einfache Behausungen, zusammengezimmert aus Holzresten, Planen und alten Werbetafeln. In den Hütten liegen Matratzen auf dem Boden, Decken dienen als Türen. Nachts kommen Ratten, und Krankheiten breiten sich aus. Viele Kinder sind unterernährt oder krank, nur wenige besuchen die Schule. Das Leben im „Onion Camp“ ist ein täglicher Kampf ums Überleben.




