Afgh
Der Winter steht vor der Tür, und in Afghanistan fürchten viele Familien die eisigen Monate, die sie in Zelten und provisorischen Unterkünften verbringen müssen. Zainab, eine 60-jährige Mutter aus dem Dorf Shorabak in Herat, blickt sorgenvoll auf die kommenden Wochen. Ihr Mann ist krank und kann nicht mehr auf den Feldern arbeiten, und sie selbst versucht, das Nötigste für ihre vier Kinder zu beschaffen: „Zum zweiten Mal in Folge verbringen wir den Winter in einem Zelt“, erzählt sie erschöpft. „Schon jetzt dringt die Kälte durch die dünnen Wände, obwohl der Winter noch gar nicht richtig begonnen hat.“
Zainab sucht nach allem, was ihrer Familie etwas Wärme spenden könnte, doch das Zelt ist leer. Tränen steigen ihr in die Augen, als sie über ihre älteste Tochter spricht, die seit zehn Jahren gelähmt ist. „Ich kann sie nicht allein lassen, aber ich muss hinaus, um etwas zu essen zu finden“, sagt sie leise. „Ich habe Angst, dass wir diesen Winter nicht überstehen, wenn niemand hilft.“






