Gaza steht still: Zwei Jahre Schmerz, Verlust und Überleben
Seit über zwei Jahren durchleben die Menschen im Gazastreifen eine unvorstellbare humanitäre Krise. Tag für Tag kämpfen Familien ums Überleben – inmitten von Zerstörung, Hunger und tiefer Verzweiflung. Mehr als 64.700 Menschen haben ihr Leben verloren, darunter etwa 20.000 Kinder, und über 163.800 wurden verletzt. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal, eine Familie, ein Leben voller Erinnerungen, das für immer verändert wurde.
Ganze Gemeinschaften wurden auseinandergerissen, und viele haben Angehörige, Freunde und ihr Zuhause verloren. Das tägliche Leben ist geprägt von Unsicherheit, Trauer und Entbehrung. Für die Menschen in Gaza bedeutet jeder Tag vor allem eines: weiterzumachen – trotz allem.

Ein Moment der Hoffnung – doch das Leid bleibt
Am 10. Oktober 2025 trat die erste Phase eines neuen Waffenstillstands in Kraft. Für die Menschen im Gazastreifen war dies ein kleiner Moment der Erleichterung, ein Hoffnungsschimmer nach zwei Jahren ununterbrochener Not und Angst. Doch auch wenn die Angriffe vorerst verstummt sind, bleibt die Lage für viele weiterhin verzweifelt.
Nach Jahren voller Verlust, Not und Zerstörung sind die Menschen körperlich und seelisch erschöpft. Viele Familien leben noch immer ohne ausreichende Versorgung mit Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe. Der Waffenstillstand hat ihnen eine kurze Atempause verschafft, doch der tägliche Kampf ums Überleben geht weiter.

Der tägliche Kampf gegen den Hunger
Die Unterernährung im Gazastreifen nimmt weiter dramatisch zu. Viele Familien haben kaum Zugang zu Nahrungsmitteln oder sauberem Wasser. Besonders Kinder und ältere Menschen leiden am stärksten – immer mehr von ihnen verlieren ihr Leben, weil es an ausreichend Nahrung und medizinischer Versorgung fehlt. Gesundheitseinrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte arbeiten unter schwierigsten Bedingungen – oft ohne Schmerzmittel, Strom oder die nötigsten Hilfsmittel. Viele Kliniken sind beschädigt oder überfüllt, während Krankheiten sich rasch ausbreiten.
In den provisorischen Unterkünften und überfüllten Gebieten kämpfen Familien Tag für Tag ums Überleben. Trotz allem zeigen die Menschen in Gaza eine unglaubliche Stärke, Zusammenhalt und Hoffnung – doch die Belastung, der sie ausgesetzt sind, ist grenzenlos.

Verteilungen bis jetzt
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Gaza am Rande des Zusammenbruchs
Die andauernde Krise hat nahezu alle Lebensbereiche im Gazastreifen schwer getroffen. Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren und mussten mehrmals fliehen – manche bereits zum sechsten oder siebten Mal. Kaum eine Familie ist von Vertreibung verschont geblieben. In Gaza-Stadt leben inzwischen Hunderttausende Menschen auf engstem Raum: in provisorischen Zelten entlang der Küste, zwischen den Ruinen zerstörter Gebäude oder notdürftig auf den Straßen. Viele von ihnen waren bereits zuvor aus anderen Teilen des Gazastreifens geflohen und suchen nun erneut Schutz.

Für zahlreiche Familien ist ein erneuter Aufbruch jedoch keine Option. Die Kosten einer Umsiedlung sind enorm, Treibstoff ist kaum vorhanden, und viele haben schlicht keinen Ort mehr, an den sie gehen könnten. Oft bleibt nur der beschwerliche Fußmarsch über Stunden, eine enorme Belastung selbst für junge und gesunde Menschen. Für ältere oder behinderte Personen kann eine solche Flucht unmöglich sein. Andere wiederum fürchten, dass sie nie zurückkehren könnten, wenn sie die Stadt verlassen. Inmitten der erklärten Hungersnot in Gaza-Stadt und den umliegenden Gebieten sind viele zudem zu geschwächt oder krank, um eine weitere Flucht zu überstehen.
Zwischen Schutt und Hoffnung
Die Ereignisse der letzten Jahre haben verheerende Spuren hinterlassen:
- 92 % der Wohnhäuser sind beschädigt oder nicht mehr bewohnbar.
- 91,8 % der Schulen können derzeit nicht genutzt werden.
- 88 % der wirtschaftlichen Einrichtungen sind nicht mehr funktionsfähig.
- 81 % des Straßennetzes sind beschädigt oder unpassierbar.
- Ganze Stadtviertel sind von nicht explodierten Sprengkörpern übersät und sind dementsprechend unbewohnbar.
- Mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser und rund 40 % der Gesundheitseinrichtungen haben ihren Betrieb einstellen müssen; die wenigen noch funktionierenden Einrichtungen arbeiten unter äußerst schwierigen Bedingungen.

Der Gazastreifen gehört derzeit zu den gefährlichsten Einsatzorten für humanitäre Helferinnen und Helfer. Mindestens 540 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen haben bei ihrer Arbeit ihr Leben verloren. Auch die Teams und Partnerorganisationen von Islamic Relief sind täglich mit den Herausforderungen dieser Krise konfrontiert. Viele von ihnen haben selbst ihr Zuhause verloren und kämpfen darum, ihre Familien zu versorgen und dennoch setzen sie ihre wichtige humanitäre Arbeit fort, wann und wo immer es möglich ist.
Hilf jetzt: Millionen Menschen in Gaza kämpfen ums Überleben
Zwei Jahre nach Beginn der Krise ist das Leid der Menschen im Gazastreifen unvorstellbar groß. Familien kämpfen Tag für Tag ums Überleben – oft ohne ausreichend Nahrung, sauberes Wasser oder medizinische Hilfe. Viele haben geliebte Menschen, ihr Zuhause und jede Sicherheit verloren. Doch selbst inmitten dieser Not halten die Menschen an Hoffnung und Menschlichkeit fest. Jede Spende kann in dieser Dunkelheit ein Licht sein – sie bedeutet Wärme, Nahrung, Fürsorge und die Gewissheit, nicht vergessen zu sein.
Deine Unterstützung bedeutet Trost, Nahrung und Hoffnung für Familien in größter Not. Unterstütze unsere Gaza-Nothilfe und steh den Menschen in ihrer schwersten Zeit bei.
Deine Spende
Button nameKleidung, Decken & Trinkwasser

65 Euro für lebensnotwendige Güter (Kleidung, Decken und Trinkwasser).
Lebensmittel & Trinkwasser

130 Euro versorgen zwei Familien mit Lebensmitteln und Trinkwasser.
Medizinische Notversorgung

200 Euro für die medizinische Notversorgung von Zivilisten.
Waisenfonds – Kindern weltweit eine Zukunft schenken
Neben der Nothilfe in Gaza engagiert sich Islamic Relief mit dem Waisenfonds, um Kindern auf der ganzen Welt eine bessere Zukunft zu ermöglichen – darunter auch Tausenden Waisenkindern in Gaza, die ihre Familien verloren haben. Mit einem kleinen Beitrag kannst du Kindern helfen: Du schenkst ihm Zugang zu Bildung, Betreuung, medizinischer Versorgung und die Chance auf ein Leben in Hoffnung.
Erfahre mehr auf unserer Seite zum Waisenfonds und unterstütze Waisenkinder in Gaza und weltweit.
FAQs
Stand: 28.10.2025
Trotz des Waffenstillstands ist die Situation für die Menschen in Gaza weiterhin sehr schwierig. Viele sind auf dringend benötigte Hilfe wie Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung und sichere Unterkünfte angewiesen. Zahlreiche Familien haben Angehörige verloren, sind traumatisiert und wissen nicht, wie es weitergehen soll.
Ein großer Teil der Gebäude und der Infrastruktur ist zerstört, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und Versorgungssysteme. Viele Menschen leben in provisorischen Unterkünften oder Zelten, oft auf den Trümmern ihrer früheren Häuser. Sie haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Hilfe oder Bildung. Besonders Kinder leiden unter Unterernährung, Angst und dem fehlenden Zugang zu Schule und einem geschützten Alltag.
Viele wurden bereits mehrfach vertrieben und haben keinen Ort mehr, an den sie zurückkehren können. Der Wiederaufbau wird sehr lange dauern, und bis dahin leben die Menschen mit großer Unsicherheit, Verlust und Belastung. Auch Verletzte und Menschen mit bleibenden Behinderungen kämpfen täglich mit den Folgen.
Islamic Relief hilft seit Oktober 2023 intensiv in Gaza und stellt umfangreiche Nothilfe bereit. Insgesamt wurden dafür etwa 54 Millionen Euro eingesetzt, um mehr als 600.000 Menschen in ihrem Alltag zu entlasten. Mithilfe dieser Unterstützung konnten unter anderem über 71 Millionen warme Mahlzeiten verteilt, Trinkwasser und medizinische Versorgung bereitgestellt sowie Kinder und Familien begleitet und gestärkt werden. Auch psychologische Betreuung für mehr als 100.000 Kinder und finanzielle Hilfe für über 21.000 Waisenkinder gehören dazu.
Trotz der schwierigen Bedingungen und der Gefahr für Hilfskräfte bleiben die Teams vor Ort im Einsatz. Momentan konzentrieren sich die Maßnahmen unter anderem auf:
- Die tägliche Ausgabe von bis zu 5.250 frisch zubereiteten Mahlzeiten in Gemeinschaftsküchen
- Die Verteilung von Lebensmittelpaketen an mehr als 500 Haushalte pro Tag
- Unterstützung für schwangere Frauen, stillende Mütter und Neugeborene mit medizinischer Betreuung (rund 1.380 Personen)
- Monatliche finanzielle Hilfe und weitere Unterstützung für 21.647 Waisenkinder
- Bargeldhilfen für besonders bedürftige Familien, um wichtigste Bedürfnisse selbst decken zu können
- Informationsangebote zur Sicherheit und zum Schutz der Bevölkerung, gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm
In besonderen Situationen gelingt es auch, zusätzliche Hilfe zu leisten. So wurden beispielsweise im September über 350.000 Liter sauberes Wasser zu Menschen in Notunterkünften gebracht – genug, um rund 15.000 Personen vorübergehend zu versorgen.
Die Menschen in Gaza befinden sich weiterhin in einer extrem schwierigen Lage, und Islamic Relief möchte seine Unterstützung so schnell wie möglich ausweiten. Ob dies gelingt, hängt jedoch stark von den Bedingungen vor Ort ab, die weiterhin sehr unsicher sind. Auch wenn ein Waffenstillstand besteht, hat sich die Menge der ankommenden Hilfsgüter bisher kaum erhöht. Damit mehr Menschen erreicht werden können, ist es wichtig, dass Hilfsorganisationen tatsächlichen Zugang bekommen und Versorgungstransporte ungehindert stattfinden können. Sobald es die Situation zulässt, plant Islamic Relief unter anderem folgende Schritte:
- Ausweitung der Nothilfe: Mehr Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser, Zelten und Unterkünften, Hygieneartikeln, Bargeldhilfen und weiteren Dingen, die Menschen zum Überleben brauchen.
- Stärkung der medizinischen Versorgung: Ausbau der Betreuung für Mütter und Neugeborene, Unterstützung von Gesundheitsdiensten, Versorgung von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sowie gezielte Hilfe für ältere Menschen und Personen mit Behinderungen.
- Mehr Unterstützung für Waisenkinder: Das bestehende Patenschaftsprogramm soll erweitert werden, um zusätzlich rund 7.000 Kinder zu begleiten, die bereits erfasst wurden.
- Lernmöglichkeiten für Kinder sichern: Temporäre Lernorte sollen Kindern ermöglichen, möglichst bald wieder Zugang zu Unterricht und einem Stück Alltag zu bekommen.
- Psychosoziale Hilfe: Angebote zur seelischen Stabilisierung, insbesondere für Kinder, sollen weiter aufgebaut werden.
Momentan kommen etwas mehr Hilfslastwagen in Gaza an als zuvor, jedoch bleibt die Menge weit hinter dem zurück, was wirklich benötigt wird. Selbst wenn täglich mehrere Hundert Lkw die Region erreichen dürften, würde das den Bedarf nicht decken – und tatsächlich gelangt bisher nur ein kleiner Teil dieser Menge zu den Menschen.
Für viele Familien ändert sich dadurch kaum etwas: Lebensmittel, Wasser, Medikamente und andere grundlegende Dinge sind weiterhin knapp. Einige der ersten Hilfslieferungen nach Beginn des Waffenstillstands wurden direkt von verzweifelten Menschen in Empfang genommen, ein Zeichen dafür, wie groß der Mangel ist.
Eine spürbare Verbesserung der Lage erfordert, dass Hilfstransporte in deutlich größerem Umfang und über einen längeren Zeitraum möglich sind. Aktuell ist die Versorgung noch immer sehr unsicher, und viele Hilfsorganisationen stoßen auf organisatorische und rechtliche Hürden, die ihre Arbeit erschweren. Solange der Zugang eingeschränkt bleibt, kann sich die humanitäre Situation kaum nachhaltig stabilisieren.
Islamic Relief steht vor verschiedenen Hindernissen, die auch viele andere Hilfsorganisationen betreffen. Obwohl ein größerer Bedarf besteht, gelangen nach wie vor nur sehr wenige Hilfslieferungen sowie kommerzielle Waren nach Gaza. Dadurch ist es schwierig, ausreichend Lebensmittel, Medikamente oder andere lebensnotwendige Dinge zu beschaffen. Da Islamic Relief in Israel nicht offiziell registriert ist, können eigene Hilfsgüter nicht direkt eingeführt werden -stattdessen ist die Organisation auf lokale Händler angewiesen.
Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort ist die Situation extrem belastend. Viele von ihnen haben ihre Häuser verloren, mussten mehrfach fliehen und haben Familienmitglieder oder Freunde verloren. Während sie versuchen, anderen zu helfen, müssen sie gleichzeitig für ihre eigene Sicherheit, Unterkunft und Versorgung sorgen. Das Büro von Islamic Relief in Gaza-Stadt wurde zerstört, und die Teams haben nur eingeschränkt Zugang zu Strom, Internet und anderen wichtigen Diensten.
Hinzu kommen praktische Schwierigkeiten: Der Bankensektor funktioniert kaum, wodurch Bargeld knapp ist. Straßen sind beschädigt oder unpassierbar, und der Mangel an Treibstoff erschwert Transporte und Logistik erheblich.
Trotz all dieser Belastungen arbeiten die Mitarbeitenden von Islamic Relief und ihre Partner jeden Tag weiter daran, Menschen in Not zu unterstützen.
Islamic Relief prüft derzeit verschiedene Wege, um mehr Unterstützung nach Gaza zu bringen. Dennoch bleibt der Zugang äußerst eingeschränkt, besonders für Organisationen, die in Israel nicht offiziell registriert sind. Deshalb nutzt Islamic Relief hauptsächlich Hilfstransporte der Vereinten Nationen sowie Waren von kommerziellen Anbietern, die anschließend von den Teams vor Ort verteilt werden.
Alle Mitarbeitenden arbeiten innerhalb Gazas und stammen selbst aus der Region. Da Islamic Relief nicht als Organisation in Israel anerkannt ist, ist es momentan nicht möglich, internationale Mitarbeitende von außen in das Gebiet zu entsenden.
In Gaza ist die medizinische Betreuung für Schwangere und Neugeborene stark eingeschränkt. Viele Kliniken sind beschädigt oder geschlossen, es fehlt an Fachpersonal, Medikamenten, Strom und medizinischer Ausstattung wie Brutkästen. Für werdende Mütter bedeutet das, dass Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach mit großen Risiken verbunden sind. Fehlgeburten nehmen zu, viele Frauen sind unterernährt, und der Weg zu einer sicheren medizinischen Versorgung ist oft kaum möglich.
Um diesen Frauen zu helfen, unterstützt Islamic Relief gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation zwei der wenigen Krankenhäuser, die noch arbeiten, das Al-Awda- und das Sahaba-Krankenhaus, und bietet dort gezielt Hilfe für Mütter und Babys an.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Schwangerschaftsvorsorge: medizinische Untersuchungen wie Gewichtskontrollen, Bluttests, Ultraschall, Überwachung der kindlichen Herztöne und regelmäßige Check-ups.
- Begleitung bei der Geburt: Übernahme der Kosten für Entbindungen, auch für Kaiserschnitte, die immer häufiger notwendig sind und für viele Familien unerschwinglich wären.
- Nachsorge für Mütter: Versorgung mit Medikamenten, Vitaminen und anderen wichtigen Mitteln nach der Geburt.
- Unterstützung von Kliniken: Bereitstellung von medizinischer Ausrüstung, z. B. Inkubatoren, die besonders für Frühgeborene lebenswichtig sind.
Im Rahmen des Projekts konnten bisher rund 1.380 Frauen medizinisch begleitet werden. Mindestens 210 Babys kamen dadurch sicher zur Welt, darunter auch Drillinge, deren Mutter sie liebevoll als „drei kleine Wunder“ bezeichnete.
Da viele Banken in Gaza beschädigt oder nicht mehr funktionsfähig sind, gibt es kaum Zugang zu Bargeld. Gleichzeitig haben sich die Preise stark erhöht, weil nur wenige Waren verfügbar sind. Islamic Relief nutzt digitale Zahlungsmethoden, um Geld bereitzustellen und auch Lieferanten zu bezahlen. Allerdings ist dies aufgrund von Stromausfällen und unterbrochener Internetverbindungen nicht immer zuverlässig möglich.
Trotz dieser Schwierigkeiten zählt finanzielle Unterstützung im Moment zu den hilfreichsten Formen der Hilfe. Familien erhalten Geldbeträge über ein elektronisches System des Welternährungsprogramms. Sie bekommen per SMS oder über eine App einen Code, mit dem sie in geöffneten Geschäften einkaufen können, ohne auf teure private Geldverleiher angewiesen zu sein.
Die Menschen können das erhaltene Geld für das verwenden, was sie am dringendsten brauchen, zum Beispiel für Lebensmittel, Medikamente, Trinkwasser, Kleidung oder vorübergehende Unterkünfte. Diese Form der Hilfe gibt ihnen etwas mehr Selbstbestimmung und ermöglicht es, gezielt auf die eigenen Bedürfnisse zu reagieren.
Ja, Islamic Relief unterstützt die Bevölkerung in Gaza auch mit Trinkwasser. Seit Beginn der Krise wurden Hunderttausende Menschen mit sauberem Wasser erreicht. Im September konnten beispielsweise mehr als 350.000 Liter Wasser zu Familien gebracht werden, die in Notunterkünften im westlichen Teil des Gazastreifens leben. Damit wurden rund 15.000 Menschen versorgt. Aufgrund der anhaltenden Gewalt mussten diese Transporte jedoch vorübergehend unterbrochen werden. Die Organisation hofft, sie bald fortsetzen zu können.
Zusätzlich setzt sich Islamic Relief dafür ein, die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Dazu gehören der Bau von Toiletten und Waschmöglichkeiten in Unterkünften für vertriebene Familien, die regelmäßige Reinigung von etwa 85 Gemeinschaftsunterkünften sowie die Verteilung von mehr als 68.000 Hygieneartikeln.
Ja, Islamic Relief engagiert sich auch im Bereich der psychosozialen Betreuung. Seit Oktober 2023 wurden mehr als 100.000 Kinder, die ihr Zuhause verloren haben, sowie über 500 Frauen unterstützt. Ziel dieser Hilfe ist es, Menschen dabei zu begleiten, mit belastenden Erfahrungen, Angst und Trauer besser umzugehen.
Die Angebote umfassen zum Beispiel spielerische und kreative Aktivitäten wie Malen, Musik, Bewegung, Geschichtenerzählen oder Spieltherapie. Diese helfen besonders Kindern, Gefühle auszudrücken und Stress zu verarbeiten. Darüber hinaus finden auch Gespräche und Beratungen für Familien statt, um Erwachsene zu unterstützen, die mit Verlust, Sorgen oder psychischer Belastung konfrontiert sind.
Im August konnten zudem mehrere Gruppenangebote stattfinden, bei denen Kinder nicht nur betreut wurden, sondern auch Spielzeug erhielten. Islamic Relief plant, diese Arbeit, wenn es die Lage erlaubt, in den kommenden Wochen weiter auszubauen.
Ja, die Kooperation mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ist nach wie vor von großer Bedeutung. In den vergangenen Monaten konnten Islamic Relief und das WFP gemeinsam umfangreiche Nothilfe leisten: Dazu gehörten über 57 Millionen warme Mahlzeiten, mehr als 229.000 haltbare Essenspakete sowie Zusatznahrung für rund 35.000 Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter. Viele dieser Maßnahmen mussten jedoch vorübergehend pausiert werden, weil Hilfsgüter aufgrund der angespannten Versorgungslage kaum noch ins Land gelangten. Sobald neue Lebensmittelbestände verfügbar sind, möchten beide Organisationen wieder gemeinsam mit der Verteilung beginnen.
Aktuell konzentriert sich die Zusammenarbeit vor allem auf Aufklärungsmaßnahmen, die den Schutz der Zivilbevölkerung fördern sollen. Familien werden unter anderem darüber informiert, welche Gebiete gefährlich sind und warum es wichtig ist, sich von bestimmten Zonen fernzuhalten. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Hilfslieferungen überfallen oder geplündert werden. Diese Informationskampagnen laufen derzeit weiter.
Zakat darf auch für Nothilfe gespendet werden, notleidende Zivilisten wie die Menschen in Gaza gehören zu den Rightholdern, die ein Anrecht auf Zakat haben.
Die Verwaltungskosten von Islamic Relief sind weltweit einheitlich geregelt, auch für den Einsatz in Gaza. Von jedem gespendeten Euro fließen etwa 87 Cent direkt in die konkrete Hilfe für Menschen in Not.
Die verbleibenden 13 Cent werden für unerlässliche Ausgaben wie Verwaltung, Projektkoordination und Mittelbeschaffung verwendet. Diese Kosten sind notwendig, um sicherzustellen, dass:
- Hilfsgüter effizient beschafft und verteilt werden können
- Spenden verantwortungsvoll und transparent verwaltet werden
- und durch professionelle Mittelbeschaffung zusätzliche Ressourcen mobilisiert werden, um noch mehr Menschen zu erreichen.
Unser Ziel ist es, möglichst viel Wirkung mit jedem Euro zu erzielen, ohne dabei an Qualität, Rechenschaft oder Effizienz zu sparen.

